Coronavirus

Die Gemeinschftspraxis im Bayerwald setzt die Empfehlungen des Bayerischen Hausärztesverbandes zum Schutz von Patienten und Praxisteam konsequent um.

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DEGAM Patienteninformation: Bin ich mit dem Coronavirus infiziert?

Download PDF, © DEGAM Stand 19.06.2020

Wichtig:
Trotz derzeit deutlichem Rückgang der Neuinfektionsrate mit dem neuen Coronavirus (SARS-CoV-2) muss man bei Atemwegsbeschwerden (Halsweh, Husten, Schnupfen) und/ oder Fieber immer daran denken, dass eine Infektion mit dem neuen Coronavirus vorliegen kann.

 

Was ist das Coronavirus?

Das erstmals im November 2019 in China aufgetretene Virus SARS-CoV-2 (Erkrankungsname: COVID-19) hat sich inzwischen weltweit verbreitet. Es führt auch in Deutschland zu unterschiedlich schweren (Atemwegs-)Erkrankungen. Meistens verläuft die Infektion recht mild.

2 - 14 Tage (im Mittel 5-6 Tage) nach einer Ansteckung können Beschwerden auftreten, die stark an eine Grippe oder eine Bronchitis erinnern.

 

Bin ich am Coronavirus erkrankt?

Jede Erkrankung mit Atemwegssymptomen oder Allgemeinbeschwerden (z.B. Fieber) kann eine Infektion mit SARS-CoV2 sein, insbesondere wenn Sie Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten. Bleiben Sie zunächst zuhause. Eine Testung auf das Coronavirus, z. B. in einem Testzentrum, sollte unbedingt erfolgen. Bitte besprechen Sie das mit Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin.

Falls möglich, sollte eine Testung auf das Coronavirus in einem Testzentrum erfolgen. Ob das immer möglich ist, ist regional unterschiedlich. Bitte besprechen Sie das mit Ihrem Hausarzt.

Nutzen Sie bitte folgende Kontaktmöglichkeiten:

  • Hausarzt
    Bitte erst Kontakt aufnehmen per Telefon/ Fax/E-Mail, um das weitere Vorgehen abzustimmen.
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst, Tel. 116 117
  • lokales Testzentrum, falls verfügbar
  • Gesundheitsamt (Suche nach PLZ)

Wichtig: Bevor Sie eine ärztliche Praxis betreten, legen Sie bitte einen Mund-Nasen-Schutz an (wie beim Einkaufen). 

Verlauf der Infektion/Erkrankung

Eine Infektion verläuft in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle mit geringen Beschwerden, besonders oft bei jungen und gesunden Menschen. Eine Infektion kann auch ohne jede Beschwerde erfolgen - diese Menschen können die Infektion trotzdem weitergeben.

In einem Teil der Fälle kann es zu schweren Krankheitsverläufen kommen, die einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machen.
Vor allem ältere Menschen, mit folgenden Krankheitsbildern, gehören zu den Gruppen, die öfter schwere Krankheitsverläufe zeigen:

  • Bluthochdruck
  • Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Adipositas
  • Diabetes mellitus
  • Chronische Lungenkrankheiten
  • Immunschwäche

Alter alleine (also ohne Vorerkrankungen) stellt nur einen geringen bis moderaten Risikofaktor dar. 

Sollten Sie schwerere Symptome entwickeln (hohes Fieber, Atemnot) setzen Sie sich bitte inverzüglich mit Ihrem Arzt in Verbindung, in bedrohlichen Notfällen mit dem Rettungsdienst (Tel. 112).

 

Wie kann ich mich schützen?

Empfohlene Hygienemaßnahmen helfen vor einer Ansteckung:

  • Vermeiden Sie nicht zwingende, persönliche Kontakte mit anderen Menschen.
  • Wenn Sie mit Menschen aus anderen Haushalten zusammen treffen, dann nach Möglichkeit im Freien.
  • Halten Sie grundsätzlich – vor allem in geschlossenen Räumen – einen Abstand von ca. 2 m von  anderen Personen ein und sorgen Sie für gute Raumlüftung (Schutz von besonders gefährdeten  älteren bzw. kranken Menschen).
  • Tragen Sie den Mund-Nasen-Schutz wie vorgeschrieben beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln, ggf. auch bei privaten Kontakten mit älteren und schutzbedürftigen Personen, die einer Risikogruppe angehören.
  • Häufiges Händewaschen mit Wasser und Seife oder Händedesinfektion mit einem alkoholischen Gel (in Drogeriemärkten meist erhältlich)
  • "Korrektes" Husten/Niesen mit einem Taschentuch vor Mund und Nase (danach entsorgen) oder Husten/Niesen in den oberen Teil des Ärmels – nicht in die Hände!
  • Wenn Sie krank sind, bleiben Sie zu Hause! (Das gilt für Menschen mit Infekten und für Risikopatienten). Wenn Sie es für notwendig halten, rufen Sie rufen den Hausarzt/die Hausärztin an.

 

Bin ich gegen das Coronavirus immun?

Nur wenn Sie nachweislich mit dem Coronavirus infiziert bzw. an COVID-19 erkrankt waren, können Sie von einer Immunität ausgehen. Es ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht bekannt, wie lange diese Immunität beim Einzelnen anhält. Die momentan verfügbaren Antikörpertests bringen keine weitere Sicherheit und sollten nicht zur Klärung der Immunität bei einzelnen Menschen eingesetzt werden. Sie machen nur im Rahmen von Studien Sinn.

 

Aktuelle Maßnahmen

  • Um die CoViD-19-Pandemie zu bewältigen, braucht es die Solidarität aller, insbesondere diejenige von Gesunden mit Kranken und Jungen mit Alten, nicht nur in der eigenen Familie.
  • Helfen Sie mit und achten Sie auf Einhaltung der bundesweit gelteneden Maßnahmen: Die Einhaltung eines Abstandes von 2 m UND das Tragen von Masken im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen. Diese Maßnahmen verlangsamen die Ausbreitung des Coronavirus.
  • Unterstützen Sie nach Möglichkeit Verwandte, Bekannte oder Nachbarn, die Gespräche, Aufmunterung oder andere Hilfen benötigen.
  • So tragen Sie selbst zum Schutz der Risikogruppen bei und helfen mit, einen raschen Anstieg schwerer Krankheitsfälle zu verhindern, der zu einer Überlastung des Gesundheitssystems und vermeidbaren Todesfällen führen könnte.

Autoren:
Ursprungsversion J. Kötter, www.hausarzt.digital;
Überarbeitung: M. Kochen
Konzeption und wissenschaftliche Redaktion SLK-Leitungsteam der DEGAM
Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin
© DEGAM Stand 19.06.2020

Handlungsempfehlung: Häusliche Isolierung von CoViD-19-Fällen mit leichtem Krankheitsbild* und Verdachtsfällen

Download PDF, © DEGAM Stand 20.03.2020

* modifiziert nach: “Home Care for Patients with Suspected Novel Coronavirus (2019-nCoV) infection presenting with mild symptoms and management of contact”. Interim guidance (WHO, 4 February)

  • Unterbringung des Patienten im Einzelzimmer, das gut durchlüftet ist.
  • Patient sollte gemeinschaftlich genutzte Räume (z. B. Küche) nicht betreten. Falls unvermeidlich, Räume gut durchlüften (z. B. offenes Fenster).
  • Es sollte keine weitere Person im Zimmer des Patienten schlafen. Falls unvermeidlich, sollte der Patient in einem Einzelbett mit mindestens 1 m Abstand zum nächsten Bett schlafen.
  • Am besten sollte nur eine einzige Kontaktperson die Pflege übernehmen. Diese Person sollte in einem guten Gesundheitszustand sein: keine chronischen Erkrankungen, keine Immunschwäche.
  • Solange Krankheitssymptome und/oder Ansteckungsgefahr bestehen, sollte der Patient keine Besucher empfangen.
  • Händedesinfektionsmittel mit viruzider Wirkung (Gel oder Spray auf Alkoholbasis) gut erreichbar am
    Ausgang des Patientenzimmers aufstellen – wenn es das zu kaufen gibt.
  • Nach jeder Art von Kontakt mit dem Patienten oder seiner unmittelbaren Umgebung sowie beim Verlassen des Patientenzimmers: Händedesinfektion durchführen (3 ml Lösung auf die Handflächen, mindestens 30 Sekunden einreiben). Alternativ: Hände waschen.
  • Alle Haushaltsmitglieder sollten besonders sorgfältig auf Hygiene achten: Händewaschen nach jeder Verunreinigung, vor und nach der Essenzubereitung, nach Mahlzeiten, nach Toilettengang. Beim Einkaufen und anderen Erledigungen Handschuhe tragen und Türen/Türklinken möglichst mit dem Ellbogen öffnen. Baumwollhandschuhe täglich waschen/wechseln.
  • Nach dem Händewaschen Hände möglichst mit Papier- oder Einmalhandtüchern abtrocknen. Wenn das nicht möglich ist: eigenes Handtuch benutzen und täglich wechseln.
  • Patient sollte möglichst dauerhaft eine Atemschutzmaske tragen, die Mund und Nase abdeckt. Falls er/sie die Maske nicht verträgt (oder keine Maske da ist), Mund und Nase beim Husten oder Niesen mit Papiertüchern oder Taschentüchern bedecken (anschließend entsorgen).
  • Im Patientenzimmer sollte die Pflegeperson eine Atemschutzmaske tragen, zusätzlich Einmal-Handschuhe.
  • Atemschutzmasken sollten nur an den Halterungen berührt werden. Bitte wechseln, sobald sie durch
    feuchtet oder verschmutzt sind.
  • Atemschutzmasken und Einmal-Handschuhe sollten nicht wiederverwendet werden. Nach jedem Ab
    nehmen von Maske und Handschuhen sollten die Hände desinfiziert werden.
  • Patient sollte nur von ihm genutztes Geschirr und Besteck benutzen. Es soll regelmäßig gespült und nur von ihm selbst wiederverwendet werden.
  • Falls der Haushalt zwei Toiletten hat, sollte eine davon nur vom Patienten benutzt werden.
  • Oberflächen im Patientenzimmer (z. B. Nachttisch, Bettgestell, Türgriff) regelmäßig reinigen. Bad und Toilettenoberflächen mindestens einmal täglich reinigen.
  • Zum Reinigen von Oberflächen zunächst ein handelsübliches Reinigungsmittel und anschließend ein viruzid wirksames Flächendesinfektionsmittel anwenden, das in Drogerie-Discountern oder Apotheken erhältlich ist. Bei der Reinigung sollten eine Maske und Handschuhe getragen werden.
  • Waschen Sie Kleidung, Bettwäsche und Handtücher des Patienten mit normalen Waschmitteln bei 60-90°C. Verunreinigte Wäsche in einem Wäschebeutel sammeln und so wenig wie möglich berühren (am besten nur mit Einmalhandschuhen berühren).
  • Handschuhe, Masken und andere Abfälle im Zimmer des Patienten in einem verschließbaren Behälter sammeln und als infektiösen Abfall entsorgen.
  • Achten Sie als Angehörige/Haushaltsmitglieder besonders darauf, dass Sie nicht mit Gebrauchsgegenständen aus der unmittelbaren Umgebung des Patienten in Berührung kommen (z. B. Zahnbürste, Handtuch etc.). Versuchen Sie während Kontaktphasen auch eine flüchtige Berührung Ihres eigenen Gesichts- (Augen, Nase) mit den Fingern zu vermeiden.

Autoren
H. Kaduszkiewicz, M. Kochen, J. Pömsl
Konzeption und wissenschaftliche Redaktion
SLK-Leitungsteam der DEGAM
Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin
© DEGAM Stand 20.03.2020